Die eigentliche Geschichte der Wetzlarer Schützen lässt sich sehr weit zurück, bis in die Zeit vor 1842 verfolgen. Durch zwei Urkunden aus den Jahren 1700 und 1752 ist nachgewiesen, das zu jener Zeit bereits eine Schützengesellschaft in Wetzlar bestand. Leider verlieren sich die Spuren dann wieder.
Nicht verlorengegangen war damals die Freude einzelner Wetzlarer Bürger am Schießsport. Seit 1837 gingen die Bürger Wirte, Drullmann, Hinkel, Mignon und Brommacher auf ihren Privatschießständen ihrem Sport nach. Diesen Männern ist der Verdienst an der offiziellen Wiedergründung der Schützengesellschaft zuzuschreiben. Im Jahre 1842 zirkulierte dann in Wetzlar ein Rundschreiben, in dem zur Bildung eines Schützenvereins eingeladen wurde.
Hundertsechzehn Bürger und siebzehn Offiziere der Rheinischen Schützenabteilung - des späteren 8. Jägerbataillons bekräftigten mit ihrer Unterschrift ihren Willen, der neuen Gesellschaft beizutreten. Damit war die Altstädter Schützengesellschaft - Kreisschützengesellschaft - gegründet.
Der erste Scheibenstand und Schützenplatz befand sich auf der Weiherwiese einem Platz östlich der Stadtmauer. Im Mai 1843 einigte man sich auf den Garten des Gastwirtes David Büsser, der im August 1848 dann regelrecht „Schützengarten" genannt wurde. Dort wurde ein Schieß­platz mit zwei Ständen hergerichtet. Am 3. September 1843 wurde dann das erste Königsschießen der Schützengesellschaft abgehalten. In der Folgezeit nahm das Leben des Vereines einen günstigen Verlauf.
Am 24. Januar 1846 beschlo8 die Gesellschaft die Unifor­mierung der Schützen und die Anschaffung einer Fahne, um die sich das Mitglied, Seine Durchlaucht Fürst von Wittgenstein, sehr bemühte. Entwurf und Ausführung der Fahne stammten von dem Wetzlarer Maler Ferdinand Raab. Diese alte Fahne existiert nicht mehr. Sie verschwand bei den Wirren am Ende des Krieges.
Am 11. Juli 1861 wurde durch eine Versammlung von Abgeordneten der deutschen Schützenvereine in Gotha der Deutsche Schützenbund gegründet, wozu von Wetz­lar als Vertreter A. Koehler entsandt wurde.
1875 erhielt die Gesellschaft eine neue Fahne, die heute noch in ihrem Besitz ist.
Das Jahr 1891 bedeutete einen Einschnitt im Leben der Schützen.
Am 21. August 1891 wurde einstimmig beschlossen, das Gauschützenfest für das nächste Jahr anzunehmen. Das war Anlass dafür, die Grundstücke am oberen Brühlsbach anzukaufen. Von der Stadt Wetzlar wurde noch eine Wiese hinzugepachtet. Es wurde die Errichtung der Schieß­halle und der Schießstände begonnen. Das Fest fand im Juli 1892 statt, an dem sehr viele Vereine der Stadt Wetzlar und Umgebung teilnahmen. Der Festzug zog sich durch die geschmückten Straßen vom Bahnhof bis zum Schießstand am Brühlsbach.
Im Jahre 1924 wurde der Beschluss gefasst, dass zur Schaffung von Wohn- und Wirtschaftsräumen ein Anbau an die Schießhalle gesetzt werden solle. Das Schützenhaus am Brühlsbach wurde zu einem Zentrum des Vereinsle­bens. 1925 wurde eine Erweiterung der Schießhalle und - stände beschlossen. So entstand eine Großschießanlage.
Doch die Zeit mit ihren verschärften Sicherheitsbestimmungen vor dem 2. Weltkrieg und die Ungunst der Kriegsverhältnisse brachten es fertig, dass die Gesellschaft ihre Gebäude samt dem Gelände am Brühlsbach aufgeben musste. (Das Schützenhaus diente später als Jugendherberge).
Infolge des Krieges von 1939 bis 1945 konnte der Kreisschützengesellschaft noch nicht einmal Ersatz von den damals zuständigen Stellen gegeben werden. 1945 wurden durch die alliierten Besatzungsmächte schließlich alle Schützen- und Jagdvereine verboten. Im Jahre 1952 war der Tiefpunkt im Leben der Schützen überwunden, als nämlich durch Kontrollratsbeschluß das Verbot aufgehoben wurde. Ehemalige Mitglieder bemühten sich, den Verein wieder ins Leben zu rufen.
Als neuer Schützenmeister wirkte und sorgte Herr O. Coers.
In enger Verbindung mit dem Jagdverein stand eine Schießanlage im Mittelpunkt aller Verhandlungen mit den Behörden. Nach jahrelangen Bemühungen wurde diese Angelegenheit gelöst.
Im Gemarkungsteil des Schützenerbenfeldes am Magdalenenhäuser Weg wurde ein geeignetes Gelände gefunden.
Es entstand eine Schützenhalle mit sechs Schützenständen und drei für jagdliches Schießen. Herr Dr. H. Hensoldt übernahm 1954 die Nachfolge als Schützenmeister.
Für das Luftgewehr- und Luftpistolenschießen wurde den Schützen in der Kestnerschule ein Kellerflur von der Stadt zur Verfügung gestellt, es entstanden 3 Stände.
Die Gesellschaft erfuhr wieder Auftrieb und Zuwachs, auch an Damen. Nach dem Tode von Herrn Dr. H. Hensoldt leitete Gustav Brachwitz die Geschicke der Kreisschützengesellschaft.
In den folgenden Jahren bemühten sich die KSG und der Jagdverein den Schießstand in Magdalenenhausen weiter auszubauen. 1967 stand ganz im Zeichen des 125jährigen Bestehens. Die Feierlichkeiten wurden gemeinsam mit dem Vorstädter Schützenverein vom 28. - 31.7.1967 unter der Schirmherrschaft des Schützenbruders Dr. Schmidt veranstaltet, da auch der Vorstädter Schützenverein 125-jähriges Jubiläum hatte.
Im Verlauf der weiteren Jahre kamen Unstimmigkeiten mit dem Jagdverein auf. Dies endete mit der Trennung der Vereine. Die KSG kam dadurch in finanzielle Schwierigkeiten. Ab 1.10.1978 wurde der Luftgewehrschießstand wegen Umbaus der Kestnerschule aufgelöst. Unsere Schüt­zen fanden im Nauborner Schützenverein die Möglichkeit, ihrem Hobby weiter nachzugehen. Trotzdem kam im Vereinsleben ein nie dagewesener Tiefpunkt durch das Ausscheiden vieler Mitglieder. Nur Dank einiger treuer Mitglieder konnte der Verein weiterbestehen.

So wurde in den Jahren 1976-1980 ein 25-m-Pistolenstand gebaut und die, angefangenen sechs Luftpistolenstände mit dem jetzigen Vereinsheim unter vielen freiwilligen Arbeitsstunden fertig gestellt.
Im Jahr 1986 wurde von den Schützen beschlossen, drei 100-m- und vier 50-m-Stände zu hauen. Von der Stadt Wetzlar wurde uns auf Antrag ein Zuschuss bewilligt, somit hatten wir einen guten Start für unser Vorhaben. 1988 begannen wir mit den Bauarbeiten.
Es wurde für die groben Arbeiten ein Bagger angeschafft. Trotzdem gab es sehr viel zu tun. Insgesamt wurden von den Schützen von 1988 bis 1991 5500 Arbeitsstunden geleistet. Der Stand wurde 1992 fertig gestellt.